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Hervorgehoben II

Nachruf Ernst

Ernst Wallner, gestorben am 11. März 2012


Wer seine Krankheitsgeschichte kennt, ist zu leicht versucht, sich mit nächstliegendem Trost abzufinden: „Wer weiß, was ihm erspart geblieben ist.“ Dieser Trost geht völlig an der Realität vorbei, denn: Ernst Wallner war ein äußerst lebendiger Mensch, ein Stehaufmann, ein Kämpfer. Er hat zeitlebens viele schwere Krankheiten besiegt, er hätte wahrscheinlich auch die letzte – Leukämie! – noch irgendwie in den Griff gekriegt. Die Therapie begann vielversprechend, Hoffnung war realistisch, doch ein banaler Sturz im Krankenhaus beendete sein Dasein – nun
doch durchaus überraschend. Und jedenfalls viel zu früh. Wir nannten ihn „Kommerzialrat“, ein Titel, der seiner Karriere bei Apropos mehr als gerecht wird. Vor dreizehn Jahren kam er zu uns, war total am Boden, am Ende einer gescheiterten Laufbahn, mit den üblichen Begleiterscheinungen. Doch binnen kurzer Frist hat er seine Chance erkannt und unser Credo, dass Zeitungsverkauf ein Beruf ist, eindrucksvoll in die Tat umgesetzt. Er entwickelte eine Professionalität, die manchen in „Normalberufen“ Stehenden alle Ehre gemacht hätte. Er hatte ein klares Ziel des Aufstiegs, raus aus der Armut, verfolgt mit einer Disziplin, die im Zusammenspiel mit seinem instinktiven Verkaufstalent seinen ersehnten Wohlstand – wenn auch im kleinen Maßstab – sicherte. Dass er damit auch wesentlich zum Wachsen des Projekts „Salzburger Straßenzeitung“ beigetragen hat, dem so viele StraßenzeitungsverkäuferInnen Existenz und Überleben verdanken, bringt ihm unseren Respekt und unseren Dank ein. Er wird nicht zu ersetzen sein, weder als Mensch noch als Apropos-Verkäufer.


Wir trauern um ihn.


Text: Hans Steininger

Foto: Rita Bürgler