Wechseln zu: Inhalt
Wechseln zu: Suche
Sie befinden sich hier: Home Projekte Projekt 1
start -->

Schreibwerkstatt

 

Die Rubrik "Schreibwerkstatt" (in der Zeitung "Anders erlebt") spiegelt die Erfahrungen, Gedanken und Anliegen unserer VerkäuferInnen und anderer Menschen in sozialen Grenzsituationen wider. Sie bietet Platz für Menschen und Themen, die sonst nur am Rande wahrgenommen werden.

 

 

„Ein Traum ging für mich in Erfüllung“

Anfang April lud die deutsche Tageszeitung taz zum ersten Europäischen Workshop für Straßenzeitungen in Berlin. Verkäuferin Luise und Schreibwerkstatt-Autorin Hanna vertraten Apropos dabei und hatten jede Menge Aha-Erlebnisse.

 

 

Als ich Mitte März in die Redaktion kam, um meinen Beitrag abzugeben, fragte mich Apropos-Vertriebsleiter Hans Steininger so ganz nebenbei, was ich denn am 10. und 11. April so vorhätte. Ich sagte: „Nichts.“ Und er antwortete: „Dann fliegst du nach Berlin.“ Ich stieß einen Freudenschrei aus, denn ich bin noch nie geflogen und noch dazu lebt eine Schwester von mir schon lange in Berlin und wir haben uns seit Jahren nicht mehr gesehen. So schnell können Träume in Erfüllung gehen!

 

Gewohnt haben wir im Hotel Motel One Berlin Mitte, die Zimmer waren sehr schön und gepflegt, und das Personal höflich und nett! Der Flug war für mich ein besonderes Ereignis und ich werde es immer zu schätzen wissen, was das Apropos-Team für uns VerkäuferInnen alles tut. Begleitet hat mich bei dieser Reise eine Mitschreiberin von Apropos, wir haben uns gut verstanden und hatten viel Spaß miteinander.

 

Nach einen ausgiebigen leckeren Frühstück machten wir uns auf  den Weg zur taz-Redaktion, um an den Workshops teilzunehmen. Zuerst wurden wir herzlich begrüßt, und dann stellte sich jede teilnehmende Straßenzeitung (es waren rund 60) vor. Für Apropos machte ich das: Seit wann es unsere Zeitung gibt, wie hoch die Auflage ist und wie es unter den Verkäuferinnen und Verkäufern geregelt ist. Ich sprach in Hochdeutsch und zum Schluss dankte ich für die Einladung, dass ich mich sehr darüber gefreut hätte, und dann ging es im Dialekt weiter. Ich erzählte, dass ich vorher noch nie geflogen bin und dass in meiner Lieblingskneipe der Kellner mir oft die Platte von Reinhard Mey „Über den Wolken“ auflegt hat. Beim Reden verlor ich rasch all meine Schüchternheit. Ich bin ja auch bei uns in der Redaktion schon oft zu Diskussionsrunden eingeladen worden.

 

Für mich persönlich war es ein wichtiger Erfahrungsaustausch. Der Workshop wurde gefilmt, die machten das ganz toll, man merkte kaum etwas davon. Alle Teilnehmer bekommen eine DVD geschenkt, und ich bin schon richtig gespannt darauf. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich bei den Diskussionen recht oft gemeldet. Falsch ist es, nur zu jammern. Denn vom Nichtstun kommt kein Geld herein!

 

Aber auch inhaltlich habe ich einiges gelernt. So wurde uns etwa erklärt, worauf man achten muss, wenn man Politiker oder andere Menschen aus dem öffentlichen Leben interviewt, und wie man schnell zu Informationen kommt.

 

 

 

Unter dem Motto „With a little help from our friends“ lud die deutsche Tageszeitung taz zur ersten europäischen Fortbildung für StraßenzeitungsmitarbeiterInnen ein. Dafür hat sie KollegInnen von der Zeit, der Berliner Zeitung, vom Tagesspiegel und von der Werbeagentur Scholz&Friends zusammengetrommelt, um im Berliner Redaktionshaus der taz einen Wochenend-Workshop am 10. und 11. April 2010 für die Redakteure und Verkäufer der Straßenzeitungen mitzugestalten. Die Stuttgarter Straßenzeitung Trottwar übernahm dankenswerterweise die Koordination, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin die Kosten.

 

 

 

 

Text: Verkäuferin Luise

Foto: Florian Lein

Mai-Ausgabe 2010

 

Mehr aus dem Leben unserer Verkäuferinnen und Verkäufer und anderer Menschen in sozialen Grenzsituationen erfahren Sie im aktuellen Apropos und auch online im Schreibwerkstatt-Archiv.